25 Euro pro Tonne CO2: Die Minimalisten haben wieder zugeschlagen

Zur Nachbesserung beim CO2-Preis und zum Ausgang der Klimakonferenz in Madrid: Ein Kommentar von Claus Sauter, BioEnergie Experte und Vorstandsvorsitzender der VERBIO Vereinigte BioEnergie AG

Fast wäre die Bundesregierung im groß angekündigten Klimapaket mit ihrem Minimalansatz von 10 Euro pro Tonne CO2 durchgekommen. Hat ja auch prima funktioniert: #FFF lebt zwar noch, aber die Menschenmassen sind seit dem 20. September erst einmal wieder weg von der Straße. Dabei hätte ein CO2-Preis von 10 Euro pro Tonne nicht einmal 3 Cent mehr pro Liter Kraftstoff ausgemacht. Bei 25 Euro pro Tonne CO2 reden wir jetzt immerhin über einen Aufpreis von ca. 7 - 8 Cent pro Liter. Aber ich prophezeie: Das reicht nicht aus, um eine spürbare Veränderung beim Fahrverhalten der deutschen Autofahrer herbeizuführen! Erst vor ein paar Tagen hat die KBA-Statistik die ernüchternde Realität ans Licht gebracht. Die Zulassungszahlen für SUVs haben einen neuen Rekord erreicht. Jede dritte Neuzulassung ist mittlerweile ein SUV mit mindestens 2 Tonnen Leergewicht. Und das in Zeiten von Greta Thunberg, FridaysForFuture, Green Deal, Klimapaket und CO2-Preis-Diskussion! Blicken wir der Realität ins Auge: Wer so viel Geld für ein Auto ausgibt, den zwingen auch keine läppischen 7 - 8 Cent mehr pro Liter Sprit zum Umdenken.


Ernüchternd waren auch die Ergebnisse der Klimakonferenz in Madrid. Wir sollten uns wohl langsam eingestehen, dass die Weltgemeinschaft nicht in der Lage ist, geeignete Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Dabei gehen auch wir Deutschen mit großen Worten und wenig Taten voran. Aber Quatschen reicht einfach nicht mehr, liebe Bundesumweltministerin Svenja Schulze! Was bitte haben Sie und Ihre Vorgängerin Barbara Hendricks seit der Pariser Klimakonferenz 2015 an wirksamen Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen in Deutschland auf den Weg gebracht? Nicht eine! Was haben Sie insbesondere bei der Dekarbonisierung des Verkehrs erreicht? Nichts! Schauen Sie in Ihren eigenen Klimaschutzbericht (Ausgabe 2018) - dort steht es schwarz auf weiß! [1]


Seit 1990 - also seit 30 Jahren - quatschen unsere Umweltpolitiker jetzt rum, dass die CO2-Emissionen im Verkehr drastisch gesenkt werden müssen. Es wurden Milliarden für Berater, Forschungsprojekte usw. ausgegeben. Ohne Ergebnis.


Dabei ist es so einfach. Unser vielgescholtener Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, hat mit seinem technologieoffenen Förderprogramm und der Mautbefreiung für alternative Antriebe im LKW-Güterverkehr einen Effizienzweltrekord errungen. Mit gerade einmal 10 Millionen Euro Fördervolumen wurden 1.390 stinkende Diesel durch saubere CNG/LNG-LKW ersetzt [2], die mit Biomethan bzw. #StrohimTank demnächst bis zu 600.000 t CO2 einsparen. Das sind umgerechnet nicht einmal 17 Euro pro Tonne CO2. Während Andreas Scheuer technologieoffen und zeitnah Diesel durch verfügbare CO2-neutrale Alternativen ersetzt, liefert Frau Schulze bisher gar nichts. Liebe Svenja, der Andi kann das einfach besser! Also gehen Sie doch mal rüber zu Ihrem Kabinettskollegen und lassen Sie sich erklären, wie man Klimaschutz richtig macht - mit wenig Geld, effizient, ohne viel Aufsehen, aber mit großer Wirkung.


Leipzig, 19. Dezember 2019


[1] Quelle: klimaschutz_in_zahlen_2018_bf.pdf
[2] Quelle: BMVI-Förderprogramm "Energieeffiziente und/oder CO2-arme schwere Nutzfahrzeuge" (EEN) Stand 31.07.201

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